Februar 2015 – Ein schlechtes Jahr für die Luftfahrt?

In weniger als einem Jahr: Drei außergewöhnlich schwere Flugzeugunglücke in der Region – grauenvoll für alle Beteiligten.

Wir haben über alle drei Unfälle berichtet.

Malaysian777Vor knapp einem Jahr, im März 2014, verschwand Flug MH-370 plötzlich von den Radarschirmen. Eine Boeing 777-200ER von Malaysia Airlines war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden. Bisher wurde nichts von dem Flugzeug gefunden. Keine Wrackteile, keine Schwimmwesten, keine Leichen. Kurz nachdem das Flugzeug vermisst wurde, begann schon die Such- und Rettungsaktion. Dutzende von Flugzeugen und viele Schiffen haben das Gebiet abgesucht, in dem das Flugzeug vermutet wurde.

Die Chance, dass noch etwas gefunden wird, ist inzwischen nur noch sehr klein.Trotzdem geht die Arbeit weiter. Seit dem Oktober 2014 suchen drei Spezialschiffe das Gebiet ab, in dem das Wrack vermutet wird. Ausgerüstet sind sie mit Unterwasser-Fahrzeugen, die mit Hilfe von Sonar und Kameras den Meeresboden absuchen.. Noch ist nichts gefunden, was einem Flugzeugteil auch nur ähnlich war. Ein weiteres Suchschiff ist Ende Januar 2015 dazugekommen. Wenn die Berechnungen richtig sind, wird im Mai dieses Jahres der gesamte Meeresboden im Suchgebiet abgesucht worden sein. Die Malaysische Regierung geht mittlerweile davon aus, dass alle 239 Menschen, die an Borde der Boeing waren, nicht mehr leben.

Kurz nach Weihnachten 2014 eine andere Flugzeugkatastrophe. Flug QZ-8501 der Fluggesellschaft Air Asia (Indonesia). Der Airbus A-320, eines von über 180 Flugzeugen der Air Asia, war auf dem Weg von Surabaya nach Singapur. Alle 162 Insassen wurden getötet, als das Flugzeug ins Meer stürzte. Ein Notruf aus dem Flugzeug wurde nicht empfangen und ist auch nicht auf dem Cockpit Voice Recorder zu hören.

IndonesiaAirAsiaAirbusA320-214Die Maschine flog auf einer Höhe von rund 32.000 Fuß als die Piloten bei der Luftverkehrskontrolle darum baten, nach links ausweichen zu dürfen, um ein Gebiet schlechten Wetters zu umfliegen. Die Genehmigung wurde erteilt. Etwas später wurde darum gebeten, auf eine Flughöhe von 38.000 Fuß steigen zu dürfen, diese Genehmigung wurde nicht erteilt, da sich andere Flugzeuge in dem angefragten Bereich befanden.

Bis heute ist völlig unklar, warum die sechs anderen Flugzeuge in der Nähe von Flug QZ-8501 keinerlei Probleme mit dem Wetter hatten.

Ebenso wenig kann bisher erklärt werden, warum der Airbus von Air Asia trotzdem plötzlich steil an Höhe gewann. Die vertikale Geschwindigkeit betrug dabei bis zu 6.000 Fuß pro Minute – wesentlich mehr, als das Flugzeug verkraften kann. Der Auftrieb riss folglich ab, die Maschine stürzte mit einer Vertikalgeschwindigkeit von bis zu 16:000 Fuß pro Minute in Richtung Erde/Wasser, drehte sich dabei mindestens ein mal um die eigenen Achse und verschwand um 06:18:44 von den Radarschirmen. Auf dem Cockpit Voice Recorder sind verschieden Warnsignale zu hören, darunter die Warnung vor dem Abriss des Auftriebs.

In diesem Monat (Februar 2015) dann schon wieder ein schwerer Unfall mit dem Totalverlust des Flugzeuges. Der Flug GE-235 der in Taiwan beheimateten Gesellschaft TransAsia war gerade vom Flughafen Taipeh gestartet, um nach Kinmen zu fliegen. Es war ein nur wenige Wochen altes Flugzeug vom Typ ATR-72-600 mit 53 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern an Bord.

TaiwanZwei Minuten nach dem Abheben meldeten die Piloten einen Triebwerksausfall. Flug GE-235 stieg noch bis auf eine Höhe von 1.050 Fuß und sank dann sehr schnell. Die Maschine drehte sich nach rechts und streifte von dem Aufschlag auf das Wasser ein Taxi und ein Brückengeländer. Von den 58 Menschen an Bord haben nur 15 überlebt.

Sowohl der Cockpit Voice Recorder als auch der Flugdatenschreiber konnten sehr schnell geborgen und ausgewertet werden. Die Unfallursache konnte wohl innerhalb kürzester Zeit ermittelt werden. In der Tat war der rechte Motor ausgefallen. Technisch hätte das Flugzeug den Start problemlos mit einem Triebwerk fortsetzen können. Die Piloten allerdings stoppten nicht die Treibstoffzufuhr zum rechten Motor sondern legten den linken, normal funktionierenden Motor still.

Nach diesem tödlichen Irrtum und weil die selbe Fluggesellschaft schon rund sechs Monate zuvor mit dem gleichen Flugzeugtyp einen Absturz hatte, ordnete die zuständige Aufsichtsbehörde an, dass alle 49 TransAsia-Piloten, die Flugzeuge vom Typ ATR-72 fliegen, eine außerplanmäßige Tauglichkeitsprüfung ablegen müssen. Die Prüfungen würden zwischen dem 7. und 10 Februar durchgeführt. Zehn der Piloten versagten völlig, weiter 19 erschienen gar nicht erst zur Prüfung. TransAsia kündigte an, dass alle Piloten eine einmalige Chance haben, die Prüfung zu wiederholen. Wer dann nicht besteht, muss die Airline verlassen.