Mai 2015 – Wer mag denn schon Felsenrotz?

NZ Süd 1Zum ersten mal in Neuseeland. Wir sind kreuz und quer auf der Südinsel unterwegs, entdecken Wildnis, Fjorde und sattgrüne Regenwälder. Es ist spät im Herbst, der Winter steht vor der Tür – ganz besonders in und um Queenstown.

Es macht Spaß, hier zu fahren sobald wir aus den Stadtgebieten heraus sind, gibt es nur noch wenig Verkehr. Die Straßen sind nicht schlecht, häufig sehr schmal und kurvig. Die Geschwindigkeit ist eigentlich auf 100 km/h begrenzt – wir dürfen nur 90 fahren, da unser Wohnmobil schon zum Schwerverkehr zählt.

Immer wieder sehen wir Schilder am Straßenrand, die uns vor Didymo warnen. Wer oder was ist das? Scheint ziemlich gefährlich zu sein… Schon bald finden wir heraus, dass viele Neuseeländer auch von „Rock Snot“ (Felsenrotz) sprechen. Existiert das offensichtlich wenig geschmackvolle Zeug also auf Felsen?
NZ Fähre

Aufgeklärt werden wir, als wir in Picton für die Fähre anstehen, die uns zur Nordinsel bringen soll. Ein freundlicher älterer Herr kommt zu uns. Sein leuchtend gelber Overall blendet im Sonnenlicht. Er kommt von der Umweltbehörde, stellt er sich vor. Und dann will er wissen, ob wir in den vergangenen Tagen in Flüssen oder Bächen gewesen seien oder ob wir unsere Schuhe in fließendem Wasser gereinigt hätten.

Wir verneinen und er sieht aus, als sein eine schwere Laste von seinen Schultern genommen worden. Und dann erklärt er uns das Problem. Didymosphenia Geminata, bekannt als Didymo oder Felsenrotz sei vor rund 10 Jahren zum ersten mal in Neuseeland entdeckt worden. Seitdem müssen alle Boote, Angeln, Fischernetze, Kleidung, Fahrzeuge, die auf der Südinsel in Berührung mit fließenden Gewässern hatten, gründlich gereinigt werden, bevor sie auf die Nordinsel gebracht werden.

DidymoWas also ist das Problem mit Didymo? Wikipedia schreibt: Bei übermäßiger Ausbreitung kann sie am Grund von Seen und Fließgewässern große Matten bilden. Obwohl von der Art keine Gesundheitsrisiken ausgehen, zerstört sie durch ihr übermäßiges Wachstum das Ökosystem und die Futterquellen der Fische und macht Freizeitaktivitäten unattraktiv. Die invasive Art kann bereits in einem einzigen Wassertropfen in ein Gewässer verschleppt werden.

Bisher gedeiht das eigentlich auf der Nordhalbkugel heimische „Kraut“ in der südlichen Heimsphäre ausschließlich auf der Südinsel Neuseelands. Um zu Verhindern, dass der Felsenrotz sich weiter ausbreitet, steht der nette ältere Herr in Gelb an der Fähre, die die Süd- mit der Nordinsel verbindet.