März 2016 – MH-370: Zwei Jahre danach

MH-370_04Zwei Jahre sind vergangen, seitdem der Flug MH-370 von Malaysia Airlines fast spurlos von den Radarschirmen verschwand. Bei der Suche nach dem Flugzeug gibt es nur winzige Fortschritte. Bis heute wurde vermutlich nur ein kleines Wrackteil gefunden. Eine Flügelklappe der Boeing 777 wurde an der Küste der Insel Réunion angeschwemmt. Vor einer Woche dann ein weiter Funde vor der Küste von Mosambik. Vielleicht ein Teil des Leitwerks – die Spezialisten sind noch zu keinem sicheren Ergebnis gekommen.

Flug MH-370 verschwand auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Es war ein Nachtflug, am frühen Morgen hätte die Boeing-777 in der chinesischen Hauptstadt landen sollen. Seit klar ist, dass das Wrack des Flugzeugs im südöstlichen Indischen Ozean liegen müsste, steht die Suche danach unter der Leitung Australiens. Derzeit ist, in Absprache mit den Chinesen und den Malaysiern geplant, die Suche im Juli 2016 zu beenden- es sei denn, es gibt neue, viel versprechende Erkenntnisse. Die Kosten für die Suche auf See sollen bisher bei rund 130 Millionen AU-Dollar liegen.

MH-370_01Noch ist weitgehend unklar, was an Bord der Boeing-777 passiert ist, nachdem sie ihre geplante Flugroute verlassen hat und nach Süden, auf das offene Meer abgedreht ist. Eine Reihe von Experten befürchten, dass es sich hier um einen weiteren Fall Piloten-Selbstmord, oft auch auch als „Erweiterter Selbstmord“ bezeichnet, handeln könnte.

Für Laien mag sich das befremdlich und unwahrscheinlich anhören. Tatsächlich gab es aber in den zurückliegenden Jahrzehnten eine ganze Reihe von Piloten, die ihr (zum Teil voll besetztes) Flugzeug bewusst abstürzen ließen. Noch viel häufiger ist es vorgekommen, dass Piloten mit kleinen, nicht kommerziellen Maschinen, Selbstmord begangen haben. Auch in Australien.

Das sind die wichtigsten Fälle von bestätigtem oder wahrscheinlichem Piloten-Selbstmord:

9. Februar 1982: Der Kapitän des Fluges Japan Airlines 350 versucht sein Flugzeug (McDonald-Douglas DC-8) bei den Landung auf dem Flughafen Tokyo/Haneda zu zerstören. Co-Pilot und Flugingenieur können kurzfristig die Kontrolle über die Maschine erlangen, den Crash aber nicht verhindern. 24 Todesopfer.
21. August 1994: Einer der Piloten des Fluges Royal Air Maroc 630, auf dem Weg von Agadir nach Casablanca lässt das Flugzeug (ATR-42)  in den Atlas-Bergen abstürzen. Alle 44 Personen an Bord kommen ums Leben, darunter ein Prinz von Kuwait und seine Frau.
19. Dezember 1997: Der Kapitän des Fluges Silk Air 185 schickt den Co-Piloten unter einem Vorwand aus dem Cockpit, verriegelt die Tür und zwingt das Flugzeug (Boeing 737) in einen Sturzflug. Wegen der hohen Geschwindigkeit reißen Teile des Flugzeuges ab, der Rumpf stürzt in den Musi River auf der Insel Sumatra. Alle 104 Personen an Bord werden getötet.
11. Oktober 1999: Ein Pilot von Air Botswana stürzt sich mit dem Flugzeug (ATR-42) auf den Flughafen von Gaborone, der Hauptstadt Botswanas. Etliche andere Flugzeuge werden dabei zerstört, Air Botswana kann wegen der zerstörten Flugzeuge vorübergehend nicht operieren.
31. Oktober 1999: Nachdem der Kapitän das Cockpit verlassen hat, verriegelt der Co-Pilot die Tür und stürzt das Flugzeug (Boeing 767) südlich von Nantucket in den Atlantischen Ozean. Der Flug EgyptAir 990 kam von Los Angeles, hatte einen Zwischenstopp in New York und war auf dem Weg nach Kairo. Alle 217 Personen an Bord werden getötet.
29. November 2013: Nachdem der Kapitän den Co-Piloten aus dem Cockpit ausgesperrt hat, lässt er das nagelneue Flugzeug (Embraer 190) in den Bwabwate National Part (Namibia) stürzen. Der Flug Mozambique Airlines 470 war auf dem Weg von Maputo nach Luanda (Angola). Alle 33 Menschen an Bord sterben.
24. März 2015: Der Co-Pilot sperrt den Kapitän aus dem Cockpit aus und steuert das Flugzeug (Airbus A-320) gezielt gegen einen Berg in den Französischen Alpen. Der Flug Germanwings 9525 war auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf.

MH-370_02Zur Zeit ist das Schicksal von MH-370 noch eines der größten Mystereien der zivilen Luftfahrt. Piloten-Selbstmord ist nur eine von vielen möglichen Ursachen für das Verschwinden der Boeing-777. Erst wenn die zwei „Black Boxen“, der Flugdatenspeicher und der Cockpit-Stimmenrekorder, gefunden und ausgelesen sind, wird man wissen, was wirklich passiert ist. Doch diese beiden Geräte liegen noch immer irgendwo auf dem Grund des Indischen Ozeans.